Go West

ISBN: 978-3-8004-1390-4
1999, 1. Auflage
272 Seiten
Universitas
Preis: 19,90 EUR *

Go West

Die Entdeckung Nordamerikas hinter der Prärie

Als Erste kamen die Spanier. Sie gründeten San Francisco und Los Angeles.
Aber dann geriet das Land hinter den Rocky Mountains in das Visier der europäischen Siedler an der Ostküste. Was danach geschah, was Trapper und exotische Kundschafter dabei erlebten, was Offiziere und Landvermesser, Künstler, Siedler und Goldsucher leisteten und erlitten, die Tragik der verdrängten Indianer und die Ideen der großen Reformer, das ist eine faszinierende Geschichte. Geschichte, die der Besucher nacherleben kann, denn die Verkehrswege von heute folgen den Spuren der historischen Trails. Der Wilde Westen lebt, aber er war ganz anders.

"Der Westen der USA ist nicht ein Ort, sondern ein Vorgang", schreibt der Autor dieses breit angelegten Führers durch Landschaft, Geschichte und Kultur des weiten Landes, das damals wie heute für einen Flirt mit dem Abenteuer gut ist - uns Europäern spätestens, seit uns Karl May an die Lagerfeuer des Wilden Westens geholt hat.
Für die Amerikaner, so der Autor, wurde das Land zur Besessenheit. Doch nicht nur für dieses relativ junge Bevölkerungskonglomerat, denn schon die spanischen Eroberer zeigten sich besessen von der Macht und Vorherrschaft des weißen Mannes über die "Wilden", deren Sitten und Gebräuche, deren Mentalität die Weißen bis heute nicht begriffen haben - so wenig wie umgekehrt. Das kulturelle Missverständnis wurde höchstens von einigen wenigen überwunden: Weiß und Rot blieben sich fremd.

Die objektive, umfassende, überdies flüssig zu lesende Schilderung einer oft blutgetränkten Entwicklung über Jahrhunderte macht dies ohne Wertung, ohne weiße Überheblichkeit klar. Die Inbesitznahme des Westens war, so Golo Mann, "eine Verbrüderung von Reinem und Unreinem, von Heiligen und Sündern", und spätestens mit dem Aufbruch gen Westen eine Allianz von "Kommerz und Politik". Pelzhändler, Abenteurer und Imperialisten taten sich zusammen, um das unbekannte, reiche Land zu erschließen. Als sie ihr Ziel erreicht hatten, war von den einstmals 105 Stämmen der Indianer nur noch ein aus Heimat und ursprünglicher Lebensweise entwurzelter Rest übrig, der heute noch in Reservaten am Rande des amerikanischen Völkergemischs lebt.